Limeswanderung bei Welzheim  2009

Teilnehmer:

Hans-Jörg O., Markus M., Werner N., Florian M., Volker Sch.,Berthold Sch., Martin M., Holger L., Dieter J., Armin Sch., Andreas R., Stefan G., Stephan K., Thorsten Sch.und JosipM.

Jedermannausflug vom 03.10. – 04.10.2009 von Murrhardt nach Lorch

Ave, lieber Leser!

Variatio delectat (Abwechslung erfreut) dachte sich unser centurio Dieter, der eine schöne Wandertour auf einem Stück des Limeswanderweges mit einer Übernachtung zusammenstellte. Erstens, war das Ziel nicht weit weg und zweitens wollten wir etwas über die erstaunliche Geschichte erfahren.

Zunächst ging es mit der S-Bahn bis nach Murrhardt. Kaum den Wanderweg erreicht, verwandelten sich die Jedermänner (natürlich nur ideell) zu Römersoldaten und starteten per pedes los:

Andreasus, Arminus, Bertholdus, Dieterus, Florianus, Holgerus, Hans-Jörgus, Josipus, Markus, Martinus, Stephanus G., Stephanus K., Torstenus, Volkerus und Wernerus.

 

Der Weg führte am Ausgang von Murrhardt gleich über eine Wiese bis der erste Aufstieg durch ein Waldstück kam, der wegen Baumfällarbeiten mit einigen Hindernissen aufwartete, die wir noch problemlos meisterten. Bei der ersten Rast am Modellflugplatz von Murrhardt haben eine kleine Stärkung und der erste Gipfelschnaps in uns frische Kräfte geweckt. Diese waren auch notwendig, denn nach einem kurzen Stück an Köchersberg vorbei erwartete uns zunächst ein Abstieg nach Sauerhöfle, kurz darauf ein langgezogener Aufstieg durch den Wald nach Schlosshof. In der Höhe vom Spatzenhof verließen wir den Limesweg um einen Abstecher an den Ebnisee zu machen. Hier war Mittagspause angesagt. Nunc est bibendum (Jetzt lasst uns trinken) ermutigten wir uns gegenseitig beim Auffüllen der unterwegs verlorenen Flüssigkeit. In der herrlichen Sonne gönnten wir auch unseren Füßen etwas Luft und dem Magen Schnaps vom Martinus.

Bei der Königseiche kehrten wir wieder auf den Limesweg zurück und kurz vor Eckartsweiler konnten wir die Reste des Limesgrabens erkennen/erahnen und so mancher dachte wohl sic transit gloria mundi (so vergeht der Ruhm der Welt). OK, nach so langer Zeit hat sich der Zustand optisch ein wenig verändert, aber mit ein wenig Phantasie konnten wir uns die Römer vorstellen, die am Grenzwall arbeiteten. Entweder in Gedanken oder im Gespräch mit den Wanderkameraden ging es weiter. Bei diesen Holprigkeiten im Gelände muss man vor den Römern heute noch den Hut ziehen: Zuerst die Entfernung bis hierher überbrückt (was in damaliger Kleidung nicht so einfach war wie mit den modernen Wandersachen), dann noch so unglaublich genau den Limes vermessen und dazu noch die Wachtürme gebaut. Diese Teufelskerle! Kurze Zeit später kamen wir am Aichstruter See vorbei, wo zumindest Zeit für ein paar Gruppenbilder war.

In Aichstrut doch noch eine Pause. Deo gratias (Gott sei Dank) wird sich mancher gedacht haben und genoss das cervisia (Bier) in den Sonnenstrahlen im Biergarten „Zum Heurigen“. Wieder rauf und runter an der Aichstruter Sägemühle vorbei erreichten wir Welzheim, unser Tagesziel. Bis zum Nachtquartier „Zum Lamm“, mitten in Welzheim, war es noch ein Stück zu laufen und wir mussten schon die letzten Kräfte mobilisieren. Geschafft! Der Römersoldat am Eingang wurde herzlich begrüßt: Salve! Er gab jedoch keine Antwort; dafür bekamen wir umso schneller unsere Zimmerschlüssel. Unter die Dusche und wenigstens ein Viertelstündchen aufs Bett. Schon ging es besser. Das wohl verdiente Abendessen hat super geschmeckt. Dass es uns besser ging, merkte man an anschließenden Bemerkungen, die auch noch unsere Lachmuskel strapazierten. Den Abschluss bildeten lockere Kartenspiele: Skat sowie Schwimmen (oder auch Schnauze genannt). Schon sicher geglaubter Gewinn war nach schlechter gewordenen Karten rasch weg. Gut so, denn somit konnten wir zur christlichen Zeit ins Bett und den ersten Tag ad acta legen.

Zum Frühstück tröpfelten ab 8:00 Uhr so langsam alle in den Frühstücksraum. Müde Gesichter und wenig Worte. Was dies wohl zu bedeuten hat? Sine tempore (pünktlich) um 9:15 Uhr war Abmarsch. Doch, nicht mehr dabei war Werner. Es war wohl zu viel für ihn und er musste die Tour abbrechen. Schade. So konnte er nicht kurz nach dem Ortsausgang von Welzheim das Römische Kastell (Ostkastell) bestaunen. Schön restauriert mit vielen schriftlichen Hinweisen zur Geschichte. Sehr interessant. Kurz darauf eine Warnung am Gartenzaun: Cave canem (Warnung vor dem Hunde: ‚Unser Kampfhund kämpft mit seinem Übergewicht!’). Schnell vorbei!

Anschließend ging es auf dem Limesweg am Golfplatz vom Haghof und an der Hagmühle vorbei. Wieder ein kräftiger Aufstieg durch den Wald bis wir Rienharz erreichten. Für die dort stattgefundene ‚Reezer Kirbe’ hatten wir leider keine Zeit, denn es warteten auf uns noch einige Kilometer. Leider war es genauso am Eisenbachsee und dem Leinecksee. Hier verließen wir den Limesweg und wanderten an der Leinecksmühle rauf nach Alfdorf. Im Gasthaus ‚Ratsstube’ war der Tisch für unser Mittagessen bestellt. Ein Volltreffer! Wir wurden schnell versorgt mit hervorragendem Essen (viel und sehr gut!). Nach dem Motto Post cenam stabis aut passus mille meabis (Nach dem essen sollst du ruhen, oder tausend Schritte tun) ging es auf dem Rhein-Neckar-Weg weiter. Wunderschöner Höhenweg mit einer herrlichen Weitsicht. Gleich danach verschwanden wir im Wald, wo es steil runter zum ‚Hohlen Stein’ ging. Viel imposanter als der kurz danach besichtigte ‚Elefantenfelsen’. Auf den weiteren Weg mit kräftigen Ab- und Aufstiegen kamen wir an der ‚Schillergrotte’ vorbei. Es folgte zum Glück ein ebener Abschnitt bis nach Bruck. Doch gleich danach ein brutaler Abstieg zur Schelmenklinge, jedoch mit wunderschönen Wasserspielen am Bach entlang. Im Götzenbachtal erreichten wir wieder den Limesweg, auf welchem wir über das Kloster Lorch (leider wegen Zeitmangels nicht besichtigt),an den Bahnhof von Lorch kamen.

Mit dem Bus ging es zunächst nach Schorndorf (Schienenersatzverkehr). Wer nun geglaubt hat die Strapazen seien vorbei, sah sich kurz vor dem Ausstieg aus dem Bus getäuscht. Die ersten Schritte nach der Ruhephase war die reinste Qual! Doch nolens volens (Wohl oder Übel) mussten wir irgendwie die S-Bahn über Waiblingen nach Winnenden erreichen. Von Waiblingen aus haben es einige vorgezogen zu stehen, weil sie nicht mehr sicher waren, ob sie wieder aufstehen können. Auch den letzten Abschnitt nach Weiler haben wir Dank Berthold und Dieter sicher erreicht. Dies bedeutete ca. 40 km Entfernung mit 1200 Höhenmeter (Aufstieg und genauso viel Abstieg) in zwei Tagen, Respekt! Einige haben sich im Stillen gefragt Quid sit futurum cras, fuge quaerere (Was morgen sein wird, frage nicht).

Summa summarum in optima forma (im besten Zustand, einwandfrei) organisierter Ausflug, der zwar einige Spuren hinterlassen hat, aber in bester Erinnerung bleiben wird. Besonderer Dank an unseren Dieter, primus inter pares (Der Erste unter Gleichen).

Post Scriptum: Sollte der Bericht etwas in extendo (ausführlich) ausgefallen sein, so lag es an den Übersetzungen in den Klammern; mea culpa (meine Schuld).

In nomine (Im Namen) der teilgenommenen Jedermänner
Josipus

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