Todtmoos 2011

Teilnehmer:

Thomas B., Volker Sch., Berthold Sch., Martin M., Holger L., Dieter J., Armin Sch., Torsten Sch., Klaus K., Sven W.,Werner N., und Thilo B.

Jedermannausflug vom 07.10.–09.10.2011 von Todtmoos nach Wehr ( 6.Etappe vom Schluchtensteig).

Für den bemitleidenswerten Kerl, der dazu verdonnert ist, über den diesjährigen Abteilungsausflug der Jedermänner des TSV Weiler zum Stein zu berichten, kommt es einem journalistischen Super-GAU nahe, wenn die Kurzreise eigentlich rundum gelungen und ohne dramatische Zuspitzungen verlief. Keine Abstürze, keine Ins-Wasser-Gefallene, ja nicht einmal ein Platten auf der Heimfahrt!! Genau besehen, so beschleicht es einen ganz verführerisch, könnte man an dieser Stelle schlicht konstatieren: „Schee war`s!“..und gut iss!

Doch gemach! Da der Verlag, der das Wochenblatt herausgibt, an dieser Stelle Gratis-Zeilen für die Vereinsmitteilungen spendiert, wäre es doch völlig unschwäbisch, diesen Freiraum nicht zu nutzen und verfallen zu lassen. Am Ende bliebe der nicht genutzte Textraum möglicherweise –Horror-Vorstellung – anderen Vereinen! Wer jetzt fürchtet, dass die folgenden Zeilen nur aus diesem Grund gefüllt werden, kann schon mal das Weiterlesen einstellen.

Die noch verbliebenen Weiterleser seien daher jetzt besonders gegrüßt und mit ein paar Nachbetrachtungen zum Ausflug konfrontiert.

Heuer lockte uns der Organisator Berthold vom 07.10. bis 09.10.2011 mit seinem Wander-Navigationsgerät in den Wald, genauer: auf außer-württembergisches Terrain, mehr noch –ins Badische! Nach Todtmoos ging`s, in den tiefsten Schwarzwald, wo sich Kirschtorte und Rothhaus-Weizenbier, ähhhh, Fuchs und Hase „gute Nacht“ sagen. Aufgeteilt in Bertis 8-sitzigen Bus ab Weiler 15 Uhr und in Dieters Pkw ab 17 Uhr führte uns der Anreiseweg vorbei an Titisee und Schluchsee ans Ziel, Pension Fichtenhof in Hinter-Todtmoos. Die Zimmerbelegung in der schon etwas in die Jahre gekommenen, aber gleichwohl recht urigen und gemütlichen Mischung aus Pension und Wanderheim ging nahezu geräuschlos vonstatten („Hoffentlich muss ich nicht mit deeeem Schnarchzapfen zusammenliegen“). Als man sich anschließend sogleich auf den langen Irrweg durch die Nacht zum angepeilten Gasthof aufmachte, trat das ein, was absolut nicht geschehen sollte: Dem bisher ach so stabilen wochenlangen Altweibersommer wurde übergangslos, jäh und unvermittelt durch einen gnadenlosen Landregen der Garaus gemacht, begleitet von noch stolzen vier Grad ! Nach dem Abendessen stand für einige Teilnehmer Fußball in Gestalt Deutschland gegen Türkei auf der Liste. Doch das Mitverfolgen des Länderspiel am TV des Nebenzimmers der Gaststätte scheiterte am Veto der dort versammelten mumienhaften Hausgäste, die regungs- und teilnahmslos einer Musiksendung auf einem anderen Kanal frönten. So machten wir uns im Aufenthaltsraum unserer Pension bei Skatspiel und tiefgründigen Gesprächen einen schönen Rest-Abend!

Samstagmorgen, Frühstück, 8 Uhr – und der (Gesichts-)Ältestenrat tagte: Soll man sich tatsächlich angesichts des Bindfadenregens bei noch zwei Grad die gesamte Strecke von stramm 25 km antun? Aber ja!! Beschlossen und verkündet in basisdemokratischer Alleinentscheidung Bertholds

Was stand an? Die letzte (= 6.) Etappe des insgesamt mehr als 120 km langen „Schluchtensteigs“, von Todtmoos, entlang dem Flüsschen Wehra zum Zielort Wehr. Was anmutet wie ein lässiger Bachspaziergang, entpuppte sich als durchaus „ungemütliche“ Wanderung, die stets in etwa 100 Metern über den Talgrund verlief, um nach einigen Kilometern unvermittelt nach unten den Bach zu überqueren und sich –wiä zom Bossä- flugs auf der anderen Seite wieder empor zu schlängeln. Da sich dieses Spiel einige Male wiederholte, kamen auf diese Weise auf der Gesamtstrecke zwanglos mehr als 500 m aufwärts und über 900 m abwärts zusammen.

Oft angeführt von Sven, den unerklärliche Knieprobleme plagten, ging es durch eine herrliche Landschaft – noch immer mit dem Regen als mal mehr, mal weniger, gleichwohl ständigem Begleiter. Den kalten Temperaturen wurde durch die gelegentliche Einnahme diverser Scharfbrände getrotzt, transportiert und verabreicht von Martin – nicht von ungefähr auch „Fassloser Lawinenhund“ genannt. Kollege Thomas nahm im letzten Drittel dann wohl die Witterung des Ziel-Belohnungsbieres auf, denn wie anders wäre es zu erklären, dass er sich an die Spitze des Trupps setzte und den Rest des Haufens veranlasste , seinem mehr als hurtigen Wanderschritt ungläubig zu folgen. Die mit 7 Stunden veranschlagte Tour fand  schließlich nach gut 5.30 Std. netto in der Bahnhofsgaststätte in Wehr ihren wohlverdienten Abschluss. Der Linienbus brachte uns dann in einer schier endlos anmutenden Fahrt wieder zum Ausgangspunkt zurück. Auf Empfehlung fuhren wir zum Nachtessen in den „Sternen“ , wo uns ein ganz hervorragendes Essen serviert wurde. In unserer Pension klang der Tag aus, wobei Thomas mit einer unfreiwilligen Rotwein-Turneinlage die Anwesenden verzückte und in belustigtes Erstaunen versetzte .

Am Sonntagmorgen dann hatte die Sintflut von oben endlich ein Einsehen. Der Schwarzenwald, in dem einem so allerlei kalt werden kann (!!), zeigte sich im Festtagsgewand, sprich: Sonne und Nebel im Wechsel, leuchtende Wälder, fast so was wie kanadischer „Indian Summer“ für Arme! Nach dem Frühstück dann Abfahrt zum Parkplatz der Feldbergseilbahn. Doch welch eine Überraschung: Gevatter Winter hatte sich im Feldberggebiet dreist und kalendarisch unkorrekt, nach vorne gedrängt und bescherte uns einen winterlichen Vorgeschmack in Form von etwa 15 cm Schnee! Das gestaltete die 13 km lange Wanderung am Fuße des Feldberggipfels nicht unbedingt angenehmer, zumal am Ende auch noch die knapp 300 Höhenmeter umfassende Erklimmung des Gipfels anstand. Doch Belohnung pur: Herrliche Weitsicht ins grüne Umland entschädigte die Mühen und ein kleiner Abschnitt der Alpen winkte herüber! Anlass genug, die restlichen Spirituosen ihrer Bestimmung zuzuführen. Gegen 15 Uhr erreichten wie die Fahrzeuge und trafen schon gegen 17.30 wieder wohlbehalten in Weiler ein.

Ein sehr schöner Ausflug war zu Ende, der trotz Wanderkarte in Navigationsgeräteform keine nennenswerte Umwege aufwies

so war der Ausflug....!